Ulrich Kalina, Thomas Kahlisch

Brauchen wir im Notebook-Zeitalter
noch Punktschrift auf dem Papier?1

Einleitung

Die im Titel gestellte Frage ist nicht neu – aber dennoch aktuell. Sie durchzieht den pädagogischen Diskurs innerhalb der Blinden- und Sehbehindertenpädagogik seit vielen Jahren – und sie wird uns Lehrkräften fast täglich neu gestellt – und zwar von unseren Schülerinnen und Schülern.

 

An der Carl-Strehl-Schule Marburg werden seit einigen Jahren schon alle Schülerinnen und Schüler ab der 7. Jahrgangsstufe mit einem Notebook ausgestattet. Wenn man dann als Lehrer mit einem Stapel Punktschriftmaterial in die Klasse kommt, wird man nicht selten von Schülern gefragt: „Wenn Sie den Text in Braille haben, haben Sie ihn doch bestimmt auch als RTF-Datei. Warum geben Sie uns nicht gleich die elektronische Version?“ Einige findige Schüler versuchen ihre offenkundige Abneigung gegen Punktschrift auf Papier noch mit dem Hinweis zu kaschieren, eine elektronische Fassung sei doch auch viel billiger - und die ganz besonders schlauen fügen noch hinzu, sie sei doch außerdem auch ökologischer.

 

Auf der anderen Seite wird beim Pädagogischen Tag der CSS im Jahr 2007 in einer AG zum Thema „Lesekompetenz“ kritisch gefragt: „Ist Hörverstehen auch Leseverstehen?“ Dahinter verbirgt sich - etwas drastischer formuliert - die Frage: „Führt der zunehmende Einsatz von PC und Sprachausgabe an Stelle von Punktschrift auf Papier zu einem Verlust an Lesekompetenz?“ - und das in einer Zeit, in der der „Förderung von Lesekompentenz“ in der allgemeinen pädagogischen Diskussion eine herausragende Bedeutung zugemessen wird.

 

Es stellt sich also die Frage: Welche Arbeitstechnik für Blinde (und Sehbehinderte) fördert am besten deren Schreib- und Lesekompetenz (einschließlich des Lese-Verstehens)?

 

Betrachtet man die Frage genauer, so identifiziert man ein Beziehungsdreieck zwischen folgenden Faktoren:

Menschen mit einer Beeinträchtigung des Sehens. Diese werden konfrontiert mit

-   Lerngegenständen, Materialien, Aufgaben und Anforderungen, die zu bewältigen sind. Zur Bewältigung dieser Aufgaben bedienen sie sich

-   bestimmter Werkzeuge und Arbeitstechniken.

 

Bei jedem einzelnen dieser Faktoren ist nun eine große Vielfalt unterschiedlicher Ausprägungen zu beobachten:

 

1. Vielfalt menschlicher Faktoren:

Genannt seien hier beispielhaft das Alter, der Bildungsstand, die intellektuelle Leistungsfähigkeit, die Art der Behinderung, (geburtsblind, spät erblindet, funktionales Sehvermögen, zusätzliche Beeinträchtigungen ...), persönliche Präferenzen („Tast-Typ“ oder „Hör-Typ“, Computer-Fan oder PC-Hasser) und soziales Umfeld.

 

2. Vielfalt der Lerngegenstände und Anforderungen

Auch hier findet man ein umfangreiches Spektrum: Vom Erstschreib- und Erstleseunterricht über das Konsumieren von Freizeitliteratur bis hin zur Rezeption, Produktion und Präsentation wissenschaftlicher Facharbeiten, von der Textanalyse im Deutschunterricht über fremdsprachliche Texte und Vokabel-Listen im Sprachunterricht bis hin zum Arbeiten mit speziellen Notationen wie in der Mathematik oder in der Musik.

 

3. Vielfalt an Arbeitstechniken

Bei den Hilfsmitteln und Arbeitstechniken findet man ebenfalls eine große Auswahl an Alternativen: Papier oder ein digitales Medium? Taktile oder auditive Rezeption? Braillezeile oder Sprachausgabe? Hinzu kommen verschiedene Audio-Formate, Schriftsysteme (Kurzschrift, Vollschrift, Computerbraille, Mathematikschrift, Latex, Braillenotenschrift, ...). Ausgabemedien und Schriftsysteme sind außerdem noch unterschiedlich kombinierbar: Kurzschrift kann man auch auf der Braillezeile darstellen, Computerbraille kann man auch auf Papier ausdrucken.

 

Angesichts dieser Komplexität und Vielfalt wird klar, dass es die eine richtige Arbeitstechnik für jeden blinden Menschen und jede Anforderung nicht geben kann. Diese Position hat sich offenkundig inzwischen auch allgemein durchgesetzt: Es geht nicht um ein „Entweder-oder“, sondern um ein „Sowohl-als-auch“ (vgl. Aldridge 2009, Bericht von der Tagung der VBS-AG Braille im Februar 2009). Aber für die Pädagogen bleibt die Frage: Welche Arbeitstechnik vermittele ich ganz konkret meinem Schüler bzw. meinen Schülern in welcher Anforderungssituation?

 

Auf der Suche nach einer Antwort liegt es nahe, die Wissenschaft zu befragen. Tatsächlich geben die wenigen vorliegenden wissenschaftlichen Untersuchungen und Publikationen zu diesem Thema (z.B. Degenhardt 1999, Lang 1989, 1999, 2009) einige wertvolle Hinweise, können aber angesichts der oben dargestellten Vielfalt der Einflussfaktoren keine umfassenden empirisch abgesicherte Ergebnisse liefern: Die Zahl der Probanden ist gering, ihre individuellen Besonderheiten dagegen sind vielfältig. Um wenigstens annähernde Vergleichbarkeit zu gewinnen, beschränken sich die empirischen Untersuchungen auf spezifische Fragestellungen (Euro-Braille im Erst-Schreib-Leseunterricht bei Lang, Bewegungsmuster beim Braillelesen bei Degenhardt ...). Statistisch abgesicherte und allgemeingültige Aussagen sind auf dieser Basis aber nicht zu gewinnen: „Bei der kleinen und stark heterogenen Population ist keine Kontrollgruppenuntersuchung der ‚klassisch-vergleichenden‘ empirischen Forschung möglich... Einzelfallstudien... können und müssen Thesen abschwächen oder stärken.“ (Degenhardt 1999)

 

Was also bleibt, sind argumentative Betrachtungen und individuelle Beobachtungen, um einer Antwort näher zu kommen.

 

Im Folgenden führen wir eine Liste von Argumenten auf, die wir aus zahlreichen Gesprächen mit Betroffenen zusammengetragen haben. Die Liste erhebt weder Anspruch auf Vollständigkeit, noch gibt sie eine Rangfolge nach Wichtigkeit wieder. Teilweise handelt es sich auch um ganz  subjektive Einschätzungen und Empfindungen, die aber deswegen aus unserer Sicht nicht weniger ernst zu nehmen sind.

 

Welche Vorteile bietet der PC?

-   Elektronische Dokumente sind gegenüber Punktschriftbüchern,

-   leichter zu transportieren,

-   billiger, einfacher und schneller zu produzieren,

-   benötigen weniger Platz,

-   ermöglichen eine direkte
Kommunikation zwischen
Blinden und Sehenden,

-   können sowohl auditiv als auch taktil gelesen werden.

-   Der PC ermöglicht gegenüber der Punktschriftmaschine

-   den vollen Editier-Komfort einer Textverarbeitung,

-   das Suchen über Suchfunktionen.

 

Welche Vorteile bietet das Papier gegenüber dem PC?

-   Papier muss nicht „hochfahren“ und kann nicht „abstürzen“. Kritiker des Notebook-Einsatzes fragen: Wie lange dauert es, bis die Schüler am Anfang einer Stunde arbeitsbereit sind? Wie viele Störungen entstehen während des Unterrichts durch technische Probleme?

-   Papier braucht keinen Strom, keinen Akku und erzeugt kein Lüfter-Geräusch. Dabei geht es weniger um das Stromsparen, sondern vielmehr um den „Wohlfühl-Effekt“ und eine angenehme Lese-Atmosphäre.

-   Papier braucht keine Navigation per Tasten und erlaubt beim Lesen einen schnelleren Zeilenübergang (vermeidet Kunstpausen beim lauten Vorlesen).

-   Als flächiges Medium ermöglicht Papier einen schnellen, intuitiven Überblick über die Strukturmerkmale eines Textes. Hierzu gehören:

-   Absätze (Anzahl und Länge!),

-   Überschriften (Anzahl und Umfang der Textabschnitte und ihre hierarchische Gliederung),

-   Listen (Anzahl und Umfang der Listenpunkte und ihre hierarchische Gliederung)

-   Tabellen (Orientierung in Zeilen und Spalten)

-   Strukturen in umfangreichen mathematischen Ausdrücken (z.B. Zähler und Nenner bei einem Doppelbruch)

-   Besonders bei jüngeren Schülerinnen und Schülern ist die unmittelbare, sinnliche Erfahrung dieser Strukturmerkmale wichtig, um überhaupt eine Strukturvorstellung zu entwickeln: Auf dem Papier unterscheidet sich eine Überschrift 1. Ordnung durch ihre Gestaltung konkret fühlbar von einer Überschrift 2. Ordnung. Die Braillezeile oder Sprachausgabe vermittelt zwar die gleiche Strukturinformation - aber nur in Form eines abstrakten Begriffs.

-   Papier ermöglicht das Wiederfinden von Textstellen mit bestimmtem Bedeutungsgehalt durch die Lokalisation im Text („eine ähnliche Andeutung stand schon mal ungefähr drei Seiten vorher ganz oben auf der Seite“) - nicht zu verwechseln mit dem Suchen nach eindeutigen Textmustern.

-   Papier ermöglicht eine ästhetisch ansprechende Gestaltung, die den Lesegenuss erhöhen kann.

-   Papier ermöglicht eine direkte Kombination von Text und taktiler Abbildung.

 

Welche Vorteile bietet Schrift gegenüber Sprache?

-   Schrift vermittelt auch die Rechtschreibung (Wie schreibt man „Hartz IV“?).

-   Kurzschriftlesen kommt dem Lesen von „Wortbildern“, d.h. dem Erkennen eines Wortes auf einen „Blick“, näher und ermöglicht dadurch ein flüssigeres Lesen und erleichtert dabei auch das Erkennen von Rechtschreibfehlern (Beispiele: k für kann, vt für vielleicht oder ggh für Gelegenheit).

-   Schrift erfordert ein „aktives“ Lesen statt „passives“ Zuhören und  ermöglicht so ein intensiveres „Erfassen“ des Inhalts - im wahrsten Sinne des Wortes.

-   Schrift lässt mehr Raum für die eigene Phantasie. Bei einem Hörbuch kann die Stimme des Sprechers beeinflussend wirken. Synthetische Stimmen werden dagegen oft als monoton empfunden. Ihnen konzentriert zuzuhören ist auf die Dauer anstrengend.

-   Schrift ermöglicht ein Lesen und Orientieren im Text und gleichzeitiges Zuhören und Verfolgen akustischer Ereignisse im Raum.

-   Schrift ermöglicht insbesondere das selbstständige, flüssige Vorlesen. Wenig sinnvoll ist dagegen der Versuch, einen Text laut vorzutragen, den man selbst quasi simultan von der Sprachausgabe per Kopfhörer vorgelesen bekommt. Noch weniger akzeptabel ist es, die synthetische Sprachausgabe direkt laut vorlesen zu lassen, statt selbst zu sprechen - eine Idee, auf die manche Schüler durchaus kommen.

-   Kommerzielle Hörbücher sind häufig gegenüber der Schriftfassung gekürzt.

-   Tasten statt hören kann entspannend wirken (Entlastung des sonst sehr stark beanspruchten Hörsinns).

 

Welche Vorteile bietet Sprache gegenüber Schrift?

-   Zum Zuhören benötigt man keine aufwendige Schulung wie bei der Kurzschrift und kein intensives Tasttraining.

-   Das Hören kann bei hoher Sprechgeschwindigkeit schneller sein als das Tasten.

-   Beim Hören kann man nebenbei noch andere Dinge tun, weil man die Hände frei hat.

-   Bei Fremdsprachen hört man die korrekte Aussprache der Vokabeln gleich mit.

 

Aus dieser Darstellung wird deutlich: Die verschiedenen, heute zur Verfügung stehenden Arbeitstechniken und Medien schließen sich nicht aus und machen sich nicht gegenseitig überflüssig, sondern sie ergänzen sich.

 

Hierzu noch ein Beispiel. Es geht um Text-Arbeit im Deutschunterricht: Während der Lektüre eines Textes (z.B. Roman, Theaterstück) kann es nützlich sein, wenn man eigene Lesezeichen, Anmerkungen, Markierungen im Dokument anbringen kann, insbesondere dann, wenn der Text von vornherein unter dem Blickwinkel bestimmter Fragestellungen zu lesen ist. Hier bietet sich das Arbeiten mit einer elektronischen Fassung am PC an.

 

Wenn dagegen Fragestellungen zu bearbeiten sind, die sich erst im Anschluss an die Lektüre ergeben oder gestellt werden (z.B. spontan im Unterrichtsgespräch oder in einer Klausur), ist ein schnelles Auffinden und In-Beziehung-Setzen verschiedener Textstellen erforderlich. Hier hat die Papierfassung Vorteile.

 

Es stellt sich immer noch die Frage: Welche Konsequenzen ergeben sich daraus für die Pädagogik? Was sollen wir vermitteln?

 

Die einfache Antwort lautet: Alles! Angesichts der Vielfalt der Faktoren müssen wir die Schüler dahin bringen, dass sie irgendwann selbst kompetent entscheiden können, welche Arbeitstechnik in welcher Situation für sie persönlich die richtige ist. Dies setzt voraus, dass wir sie in allen Arbeitstechniken ausreichend schulen und trainieren.

 

Aber: Das Erlernen der Arbeitstechniken ist teilweise sehr zeitintensiv (Kurzschrift, PC-Arbeitstechniken, volle Funktionalität von Daisy, ...).

 

Woher nehmen wir - und vor allem die Schüler - die Zeit? Immerhin steht „Arbeitstechnik“ nicht im 1. Curriculum - ist also zusätzlicher Stoff zum allgemeinen Lehrplan.

 

Und: Besitzen wir Pädagogen selbst die notwendigen Ressourcen (das Wissen, die entsprechenden Medien und Materialien, bzw. die Zeit, um beides zu erwerben und zu vermitteln?

Aber selbst dann, wenn diese Ressourcen zur Verfügung stehen, bleibt die Frage der Motivation der Schülerinnen und Schüler.

 

Und damit sind wir wieder bei der Eingangsfrage des Schülers: „Warum Punktschrift auf Papier?“ Ist es sinnvoll, einen Schüler zur Kurzschrift zu zwingen, wenn er sie ablehnt? Lernt er dann überhaupt etwas? Ist ein solches „Lernen auf Vorrat“ sinnvoll? Andererseits: Die Vorteile von Kurzschrift auf dem Papier kann man nur erkennen, wenn man sie einigermaßen beherrscht - und allein dazu ist die Durststrecke eines langwierigen Lernprozesses erforderlich.

 

Außerdem fragen wir die Kinder schließlich auch nicht, ob sie Prozentrechnung gut finden. Wir bringen es ihnen bei, weil wir wissen, dass sie sie später (im wirklichen Leben) brauchen werden.

 

Versuch einer Lösung näher zu kommen

Ein erster Schritt könnte darin bestehen, Lernsituationen zu arrangieren, in denen die spezifischen Vorteile der einzelnen Arbeitstechniken für die Schüler deutlich werden. Falsch (wenn auch manchmal verführerisch) wäre es dagegen, alle Lernsituationen an einer einmal erlernten Arbeitstechnik auszurichten. Auch hier konkurriert wieder das erste gegen das zweite Curriculum.

 

In der Unterrichtspraxis kann das z.B. bedeuten

-   Lautes Vorlesen eigener und fremder Texte ist systematischer Bestandteil des Unterrichts für alle Schülerinnen und Schüler. Hierzu gehören auch Präsentationen, Referate und Schülervorträge (Stichpunkte auf Papier).

-   Testmethoden und Techniken zur Förderung des Leseverstehens wie sie z.B. im Zusammenhang mit dem Gemeinsamen Europäischen Referenzrahmen für Sprachen erarbeitet wurden, werden systematisch im Unterricht eingesetzt.

-   Korrekte Rechtschreibung und die Einhaltung formaler Kriterien an schriftliche Darstellungen wird in allen Fächern konsequent eingefordert.

 

Auf der Ebene der Schul- und Unterrichtsorganisation bedeutet dies:

-   Die Vermittlung der Arbeitstechniken muss an geeigneten Stellen mit dem regulären Unterricht - und besser noch mit der Bewältigung von Aufgaben „aus dem wirklichen Leben“ - verknüpft werden, damit für die Schüler der tatsächliche Nutzen der Arbeitstechnik deutlich wird (systematische Verzahnung von erstem und zweitem Curriculum).

-   Es darf nicht dem Zufall überlassen bleiben, wann, in welchem Fach, wie intensiv, welche Arbeitstechniken vermittelt werden, sondern dies muss innerfachlich, aber auch Fach- und Jahrgangsstufen übergreifend geplant werden.

-   Wenn man die Individualität und damit die Vielfalt der menschlichen Begabungen, Interessen, Vorlieben, Zugänge zu Literatur, usw. ernst nimmt und akzeptiert, dann muss die Auswahl und Vermittlung der Arbeitstechniken ein wesentlicher Bestandteil individueller Förderplanung bei blinden und sehbehinderten Schülerinnen und Schülern sein.

-   Es muss sichergestellt werden, dass alle Lehrkräfte durch entsprechende Fort- und Weiterbildungsmaßnahmen die notwendigen arbeitstechnischen Kompetenzen erwerben.

 

Schluss

Das Medium „Punktschrift auf dem Papier“ ermöglicht spezifische Formen der Textarbeit, die so kein anderes Medium bieten kann. 

 

Mit Punktschrift auf dem Papier arbeiten zu können gehört daher zur schulischen Grund- und Allgemeinbildung blinder Schülerinnen und Schüler - wie es zur Allgemeinbildung normalsichtiger Kinder und Jugendlicher gehört, mit Stift, Heft und Printmedien umgehen zu können.

 

Dies widerspricht keineswegs dem Gedanken, dass die Schülerinnen und Schüler im Verlauf des Bildungsprozesses nach und nach ihre eigene, ganz individuelle Präferenz in Bezug auf die Arbeitstechnik finden können und sollen - vielleicht sogar mit dem Ergebnis, dass sie auf Printmedien in Braille weitgehend verzichten. Im Gegenteil: eine solche Entscheidung kann der Betroffene selbst nur dann kompetent treffen, wenn er aus eigener Erfahrung weiß, wofür und wogegen er sich entscheidet.

 

Für die Titelfrage: „Brauchen wir im Notebook-Zeitalter noch Punktschrift auf dem Papier?“ ergibt sich hieraus konsequenterweise die Antwort: In der Blinden-Allgemeinbildung brauchen wir diese Technik auch weiterhin - auch wenn es einzelne Betroffene geben mag, die für sich persönlich alternative Techniken bevorzugen.

 

 

Literatur

Aldridge, P. (2009): Entweder - und: Die schwierige Entscheidung bei der Wahl der Schriftsys-teme. blind-sehbehindert 129, 204-208

Degenhardt, S. (1999): Untersuchungen zu Lesestrategien bei Euro-Braille, deutscher Blindenvoll- und -kurzschrift. blind-sehbehindert 119, S. 135-154

Denninghaus, E. (Hrsg) (1998): Die Bedeutung der Punktschriftsysteme für die schulische und berufliche Bildung Blinder und Sehbehinderter. Beilage zu blind-sehbehindert, Heft 3/98

Lang, M. (2009): Schwarzschrift oder Punktschrift? blind-sehbehindert 129, S. 144-152

Lang, M. (1999): Erstlesen und Erstschreiben mit Eurobraille - Resümee eines Versuches an der Schloss-Schule Ilvesheim nach 2 Schuljahren. blind-sehbehindert 119, S. 63-68

Rat für kulturelle Zusammenarbeit / Bildungsausschuss „Sprachenlernen für europäische Bürger“: Gemeinsamer Europäischer Referenzrahmen für Sprachen. http://www.goethe.de/z/50/commeuro/deindex.htm

1 Vortrag, gehalten im Rahmen der VBS-Tagung „Wenn die Punkte mit den Strichen ...“ im Juni 2009 in Friedberg